Neues vom Frauendorf in Rojava

Gazete Şûjin vom 12.7.2017; aus Dırbêsıyê (Nordsyrien)
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Das Besondere am Dorf Jinwar: es ist das erste Frauendorf im Mittleren Osten, und hier wird das ureigene Leben der Frauen in einer Kommune organisiert. Jede neue Baustelle, die hier in Angriff genommen wird, verstärkt die Zuversicht auf ein freies Leben für die Frauen.

“Die Revolution von Rojava ist eine Revolution der Frau”. Die Frauen von Rojava haben sich mit diesem Wahlspruch auf den Weg gemacht, und der gilt ihnen sowohl auf militärischem als auch auf politischem Gebiet. Die Revolution von Rojava brachte es fertig, zur Hoffnung für die Fauen weltweit zu werden, und ihre Früchte treten immer klarer zutage. Eine dieser Früchte ist das Projekt, ein Dorf zu gründen, in dem die Frauen ihr ureigenes Leben in Form einer Kommune führen können. Der Grundstein dazu wurde in der Nähe der Stadt Dirbesiyê am 10. März d.J. gelegt, und die Bauarbeiten schreiten zügig voran. Von dem von Ingenieurinnen ausgearbeitete Projekt sind bereits 21 Häuser fertig, und der Bau von 30 weiteren Häusern ist in Gang. “Die Gründung des Dorfes Jinwar”, so sagen uns die arbeitenden Frauen, “ist die radikalste Antwort auf die Überheblichkeit der Männer!”
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6 Frauen bilden das Dorf-Komitee. Seine Sprecherin, Emîne Hêliz, betont, dass in Rojava zum ersten Mal ein solches Projekt in Angriff genommen wird: “Für uns Frauen ist das Ziel, das wir mit der Gründung des Dorfes Jinwar verfolgen, geradezu heilig. Damit wollen wir die Frauen auf der Ebene des Bewußtseins und des Militärischen einen großen Schritt weiter bringen. Durch das Leben im Dorfe Jinwar wird die Frau sich selbst viel besser kennenlernen und gleichzeitig gewahr werden, dass sie allein und selbständig leben kann.”

Emîne zeigt uns die Ausdehnung des ganzen Anwesens und führt aus: “Wir verfügen über 300 Dönüm (Hektar). Hier wollen wir 50 Häuser errichten. Davon stehen bis jetzt schon 21. Ein Teil der Fläche wird unter Pflug genommen, für Weizen und Gerste. Ein weiterer Teil wird mit Bäumen bepflanzt. Was übrig bleibt, ist für Gebäude zum Unterkommen.”
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Für das Leben im Dorf wurde an alles gedacht. Zum Beispiel an die Ausbildung. Dazu Emîne: “Der Aufbau der Schule ist bereits im Gang. Die Kinder können bis zum Alter von 15 bis 16 Jahren im Dorf bleiben. Wenn die Dorfkommune richtig funktioniert, dann wird sie selbst diskutieren und entscheiden, bis zu welchem Alter die Kinder im Dorf bleiben können. Wir haben beschlossen, dass man schon vorher wissen muss, bis zu welchem Alter. Aber den endgültigen Beschluss wird die Dorfkommune dann fassen.”

 

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