Bewaffnete Angriffe auf Şengal

Protest in Rojava gegen die Angriffe auf Şengal | Foto: ANHA
Protest in Rojava gegen die Angriffe auf Şengal | Foto: ANHA

Şengal – Mit der Demokratischen Partei Kurdistan PDK verbundene Einheiten haben gestern versucht in die Stadt Xanesor, ein Gebiet im Şengal, das seit 2014 unter Kontrolle der YBŞ (Widerstandseinheiten des Şengal) steht, einzudringen. Die YBŞ habe die Gruppe gewarnt und aufgefordert das Gebiet zu verlassen, erklärte ihr Sprecher: „Bis in die Morgenstunden hinein habe man gewartet, dass diese sich zurück zögen. Stattdessen haben diese jedoch heute mit schweren Waffen die Stadt und den Kontrollpunkt angegriffen. Darauf hin habe man das Feuer erwidert.“ Das Gefecht dauerte bis zum Mittag. Bei dem Gefecht sollen unzählige Angreifer getötet worden sein.

Unbestätigten Meldungen zu Folge soll ein Kämpfer der YBŞ getötet und drei weitere verletzt worden sein. 80 jugendliche Peşmerge sollen sich geweigert haben an einem Bruderkrieg teil zu nehmen, worauf hin sie von dem Parastın genannten Geheimdienst der KDP entführt und an einen unbekannten Ort verschleppt worden seien, weitere hätten sich aus dem selben Grunde der YBŞ/YJŞ ergeben bzw. der Asayiş (Sicherheitskräfte) des Şengal.

Vier Angreifer konnten von der YBŞ festgenommen werden. Zwei von ihnen sollen sich inzwischen als Mitglieder des Islamischen Staats IS entpuppt haben. Während der Auseinandersetzungen soll die PDK mehrere Dörfer im Osten des  Şengal Beschossen haben. Dabei  soll es zu Verletzten und einem Toten unter der Zivilbevölkerung gekommen sein. Der Kommandant der Peşmerge im Şengal, Qasim Şeşo, gab an, keine Kenntnis von den Gefechten zu haben. Mittlerweile wurde auch bekannt, dass drei Journalisten verletzt wurden. Darunter auch die Journalistin Nujiyan Erhan. Sie wurde von Scharfschützen der Rojava Peşmerge genannten Gruppe schwer verletzt. Auch Hadi İlyas, Mitarbeiter eines lokalen TV Senders, wurde schwer verletzt. Die Organisation Haşd el-Şaabi verurteilte den Angriff der PDK scharf. Zehn êzidische Organisationen machten in einer Erklärung Mesud Barzani, Chef der PDK, für die Angriffe verantwortlich. Sie wiesen vor allem auf den zeitlichen Zusammenhang zu einem Besuch Mesut Barzanis in der Türkei sowie auf die kürzlich statt gefundene Visite des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yıldırım in Hewlêr/Erbil hin.

ANF, 03.03.2017, ISKU

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