Die Rolle der YPJ-Kämpferinnen in Aleppo

Aleppo / ANF – Mahir Yılmazkaya / Darav Âlâ, 29.1.2017

Interview mit Zozan Hêvî, Kommandantin der YPJ in Aleppo

Der Osten von Aleppo war lange Zeit in der Gewalt von Al Kaida – Gruppen wie El Nusra und Ahrar Al Scham, also Banden der “Nationalen Koalition Syriens” (NKS). Dann ist in einer zwischen dem Baath-Regime und Rußland koordinierten Offensive Ost-Aleppo von diesen Banden gesäubert worden. Wie sieht es in Aleppo jetzt aus? „Die Rolle der YPJ-Kämpferinnen in Aleppo“ weiterlesen

Die Bevölkerung kümmert sich in Afrîn um die Flüchtlinge

von Berîtan Sarya / ANF News, Afrîn:

 Afrîn ist mit 600.000 Bewohnern der kleinste der selbstverwalteten Kantone in Nordsyrien. Eine Insel des Friedens eine halbe Autostunde nordwestlich von Aleppo. Kein Wunder, dass immer wieder Flüchtlinge nach Afrîn strömen, letzten November und Dezember aus dem bombardierten Aleppo, und in den letzen Wochen aus Şehba, der Gegend um El Bab, wo die Türkei pausenlos bombardiert. Inzwischen sind es über 200.000, die in Afrîn Zuflucht gefunden haben. „Die Bevölkerung kümmert sich in Afrîn um die Flüchtlinge“ weiterlesen

Zwangsverwaltungen in Nordkurdistan: Wie der Staat die demokratische Kommunalverwaltung abschafft

 

Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 26.01.2017

Die Geschichte der gewählten kurdischen Bürgermeister in Nordkurdistan, also dem Osten der Türkei, reicht bis auf den 14. Oktober 1979 zurück. Damals wurde der unabhängige Kandidat Edip Solmaz zum Bürgermeister von Êlih (Batman) gewählt. Der bei seiner Wahl erst 27-jährige Solmaz gilt somit als so etwas wie der Pionier in der Geschichte der kurdischen Bürgermeister innerhalb der türkischen Staatsgrenzen. Doch dass Solmaz, der unter schwierigsten Bedingungen zu den Wahlen angetreten war, tatsächlich Bürgermeister einer kurdischen Stadt werden sollte, das wollte der türkische Staat nicht hinnehmen. Und so wurde Solmaz nur 28 Tage nach seiner Wahl durch Mitglieder des „Tiefen Staates“  bzw. der türkischen Gladio ermordet. „Zwangsverwaltungen in Nordkurdistan: Wie der Staat die demokratische Kommunalverwaltung abschafft“ weiterlesen

Hanna Bohmann: Auch nach dem IS wird die YPJ ihren Kampf gegen patriarchale Unterdrückung fortführen

Published by on 14. Januar 2017

Hanna Bohman
Hanna Bohman

ROJAVA – Sechs Jahre sind vergangen, seitdem der Krieg in Syrien ausgebrochen ist und tagtäglich Millionen von Menschen betrifft. Seit Beginn haben westliche Medien die Auswirkungen dieses Krieges bestmöglich verschleiert. Mit dem Kampf um Kobanê begannen die Medien auch über die kurdischen Verteidigungseinheiten, insbesondere über die kurdischen Kämpferinnen, als vorderste Front im Kampf gegen radikal-jihadistische Gruppen, wie den sogenannten Islamischen Staat (IS/Daesh), zu berichten. Dieser Kampf zog die Aufmerksamkeit der Menschen weltweit auf sich. Hanna Bohman ist eine westliche Internationalistin, die in den Irak und nach Syrien reiste, um den kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) in Rojava beizutreten. Sie ist eine der wenigen westlichen Frauen, die Seite an Seite mit den Kurden in Nordsyrien kämpft.

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DAS JAHR 2016 IN KURDISTAN – EINE BILANZ AUS SICHT DER PKK. GESPRÄCH MIT CEMIL BAYIK.

[1] _#Cemil Bayik ist Gründungsmitglied der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). 1976 schloss er sich dem Zirkel um den Kurdenführer Abdullah Öcalan an, seitdem hat er wichtige Funktionen in der kurdischen Befreiungsbewegung inne. Heute führt er zusammen mit Bese Hozat den Dachverband Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK), in dem auch die PKK Mitglied ist._

WÄHREND DES GESAMTEN JAHRES 2016 VERSUCHTEN DER TÜRKISCHE STAATSPRÄSIDENT ERDOĞAN UND DIE REGIERUNGSPARTEI AKP IHR REGIME ALS SEHR GEFESTIGT UND STABIL ZU PRÄSENTIEREN. IM OSTEN DER TÜRKEI WANDTEN SIE GEGEN DIE KURDISCHE BEWEGUNG BRUTALE GEWALT AN. NACH DEM GESCHEITERTEN PUTSCH IM JULI VERHAFTETEN SIE ZEHNTAUSENDE MENSCHEN. DENNOCH HABEN SIE IM DEZEMBER 2016 GESAGT: »DIE AKP-REGIERUNG VERSUCHT, SICH ALS MÄCHTIG DARZUSTELLEN, SIE IST ES ABER NICHT.« WARUM IST SIE NICHT MÄCHTIG UND WIE KANN SIE BESIEGT WERDEN? „DAS JAHR 2016 IN KURDISTAN – EINE BILANZ AUS SICHT DER PKK. GESPRÄCH MIT CEMIL BAYIK.“ weiterlesen

In der Gegend um Rakka erblüht neues Leben

Von Abdurrahman Gök, Dihaber / Rakka (Nordsyrien), YÖP 16.1.2017

 Die “Demokratischen Kräfte Syriens” (DKS) haben bisher in ihrer Offensive gegen die IS-Hochburg Rakka 180 Dörfer befreit, ca. 50 000 Einwohner auf 2.644 km² (s. Karte im “Info zur Kurd. Rev.” Nr. 39). Dass es sich um Befreiung und nicht um Eroberung handelt, wird im Bericht des Journalisten Abdurrahman Gök von seiner Reise ins Hinterland deutlich. (d.Red.). „In der Gegend um Rakka erblüht neues Leben“ weiterlesen

Eroberung und Befreiung

In den letzten zweieinhalb Monaten:
Wurde Aleppo vom syrischen Regime zerstört und besetzt;
– Bombardierte die Türkei die IS-Kleinstadt El Bab kaputt, ohne dass ihr die Eroberung gelingt;
– Schreitet die Offensive der “Demokratischen Kräfte Nordsyriens” zur Befreiung der IS-Hochburg Rakka stetig voran.

“Befreiung” statt “Eroberung” in der Offensive um Rakka:
– Weil im Kampf die Schonung der Zivilbevölkerung höchste Priorität hat;
– Weil die Kämpfer sich prioritär aus Bewohnern der Gegend (also Arabern) rekrutieren: Aus jedem befreiten Dorf stoßen neue Freiwillige hinzu;
– Weil die “befreiten” Bewohner drangehen, ihre Selbstverwaltung und Selbstverteidigung aufzubauen.

Die Kurden würden ihr Einflussgebiet ausweiten, heißt es in unseren Medien.
Völlig falsch. Die syrische Revolution dehnt sich aus. In kurdischen Gebieten hat sie ein kurdisches Gesicht. In arabischen Gebieten (wie Manbic und Rakka) hat sie ein arabisches Gesicht. Und überall hat sie ein Frauengesicht.

[Die Redaktion]

Aus Rojava: “Unsere Vorschläge zur Lösung der syrischen Krise”

ANF: Rimêlan (Nordsyrien) – von Berîtan Sarya. Interview mit Hediye Yusuf, Ko-Vorsitzende der “Demokrati­schen Föderation von Nordsyrien”:

Auf der zweiten Konferenz der De­mokratischen Föderation Nordsyri­ens Ende 2016 habt ihr gesellschaft­liche Vereinbarungen getroffen und politische Beschlüsse gefasst. Dabei wurde das Projekt einer Föderation konkretisiert. Wie wurde das in der Region und international aufgenom­men?

Die Grundlinien der Föderation wurden schon im März vergangenen Jahres be­kannt gemacht. Es gab Reaktionen so­wohl von Kräften innerhalb des Landes als auch von außerhalb. Sowohl das Regime als auch die syrische Oppositi­on sowie die türkische Regierung, Saudi-Arabien und Qatar sahen in einer syrischen Föderation nichts anderes als die Aufspaltung Syriens. Zweifellos hat­ten sie immer noch nicht verstanden, was unser Projekt beinhaltet; aber das Regime und die Opposition führen eine regelrechte Verleumdungskampagne: sie versuchen, das Projekt geradezu in sein Gegenteil zu verkehren. Aber nachdem wir dann den Regierungen in der Region und auf internationaler Ebe­ne sowie den politischen Kräften dort unsere Projekte erläuterten, verbesser­te sich das Verständnis für sie.

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Şirnak (türk. Kurdistan): Eine Stadt, die ausgelöscht wurde…

Nurcan Baysal, Nachrichtenportal T24, 04.01.2017

Nach einem Monat mache ich mich wieder auf den Weg nach Şirnex (Şırnak).

Ab dem Ortseingang von Nisebin (Nusaybin) beginnen die Straßenkontrollen. Die Betonklötze, welche die Straßenkontrollen absichern sollen, sind mit türkischen Fahnen bemalt.

Ich besuche zunächst den Ort Dergûl (Kumçatı). Hierher und in die umliegenden Dörfer waren viele Einwohner aus Şirnex nach der Zerstörung ihrer Stadt gezogen. In Dergûl lebten sie in Zelten, bis diese durch die Staatsbediensteten niedergerissen wurden. Ich hatte den Ort bereits besucht, als es die Zelte noch gab. Nun findet man nur noch vereinzelt Zelte.  Die Leute haben nun gemeinsam angefangen kleine Häuser zu errichten. Viele Menschen sind auch bei Bekannten in den Dörfern untergekommen. Wir besuchen auch die Dörfer, um mit einigen Menschen dort ins Gespräch zu kommen. Dann gibt es noch das Camp, das errichtet wurde, als die Êzîden aus Shengal flohen. Nun leben da rund 28 bis 30 Familien aus Şirnex. Eigentlich handelt es sich um die Überreste eines Camps. Denn viele Unterkünfte haben keine Türen, zerbrochene Fenster und manche sogar noch nicht einmal ein ganzes Dach. In diesen Baracken müssen die Menschen den Winter überstehen. „Şirnak (türk. Kurdistan): Eine Stadt, die ausgelöscht wurde…“ weiterlesen

„Mein Sohn heißt Verrat“

Von Aladdin Sinayiç, aus YÖP vom 4.1.2016

 Es gibt Schmerzen, die sind unermeßlich, die können nicht erzählt, die können nicht verstanden werden. Manche sind so groß, dass unsere Wirklichkeit nicht ausreicht, sie zu ermessen, sie als tatsächlich zu akzeptieren. Wenn eine Mutter ihr Kind, ein Stück von ihr selbst, den Namen “Verrat” gibt. „„Mein Sohn heißt Verrat““ weiterlesen