Wer sind die ‚Haşdi Şabi‘? Schiitische Milizen!

Die ‘Haşdi Şabi’ oder ‘Kräfte der Volks-Mobilisierung’ wurden Mitte 2014 gegründet, als die Provinzen Mossul, Anbar und Tikrit vom IS eingenommen wurden und der schiitische religiöse Führer Ayatollah Sistani die verschiedenen schiitischen Milizen aufrief, sich zu vereinigen. Die ‘Haşdi Şabi’ bestehen aus 67 bewaffneten Gruppen und zählen mehr als 100 000 Milizionäre. Darunter sind aber auch turkmenische und sunnitische Gruppen zu finden. Die bekanntesten Milizkräfte sind: die Bedir-Brigaden, die Asaib Ahl El-Hak, die Friedens-Brigaden (Muktada El-Sadr – Gruppe), die Hisbullah-Brigaden, die Seyid El Schuhada-Brigaden, die Kataib El Imam Ali, die Ali Ekber – Brigaden, die Bewegung Hisbullah El-Nucaba, Feylaq El Kerrar und Seraya Ensal Al Aqid.

Die Haşdi Şabi werden direkt von der Bagdader Regierung unterstützt, organisatorisch, finanziell und mit Waffen. Die größte Unterstützung aber bekommen sie vom Iran. Sie gelten als brutal und werden beschuldigt, zahllose Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben. Natürlich weisen sie die Anschuldigungen zurück, und Bagdad spricht von ‘Einzelfällen’.

Die Stadt Tel Afer, ihr Eroberungsziel, würde die Verbindung zwischen dem belagerten Mossul und der syrischen IS-Hauptstadt Raqqa abschneiden. Tel Afer zählte vor der Einnahme durch den IS 250 00 Einwohner, vor allem Turkmenen, Kurden und Araber. Über 50 % waren Schiiten. Die gefangen genommenen Êzidinnen wurden im August 2014 zuerst hierher gebracht.

(YÖP 31.10.2016)

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