Şengal: Konferenz der Êzidi-Frauen

JINHA, aus Şengal von mg, 29.9.2016

Die Êzidi-Frauen haben auf ihrer zweiten Konferenz, die sie am 25. September 2016 in den Bergen von Şengal abhielten, beschlossen, sich unter dem Namen TAJÊ zu organisieren: “Tavgera Azadiya Jinen Êzidxan” = Bewegung der Freien Êzidi-Frauen.
Auf der Konferenz zeigten viele Frauen ein kräftiges Selbstbewußtsein.
In den Redebeiträgen der Êzidi-Frauen ging es vor allem drum, dass zur Intensivierung des Frauen – Befreiungskampfes alle Frauen, vor allem die Êzidinnen, egal wo sie sich befinden, sich besser organisieren und mit einem Kampfgeist, der sich auf ihre eigene Kraft stützt, den Sieg und die Freiheit erlangen. Dass die Frauen gerade in den Bergen von Şengal eine Frauenkonferenz abhalten konnten, das verdanken sie dem PKK-Führer Abdullah Öcalan und den Kämpfern, die in Şengal Widerstand geleistet haben. Dies hob Dayê Bihar Kaso in ihrem Redebeitrag hervor:

“Wenn wir auf der Konferenz hier an diesem Ort sprechen und unsere Meinungen austauschen können, dann dank des Führers Apo und dem Eingreifen der Guerillas. Allen Frauen, die meine Stimme erreicht, und allen Êzidinnen sage ich, wir müssen noch kräftiger und entschlossener sein. Wir dürfen nicht zulassen, dass jemand unsere Kraft und unsere Entschlossenheit kaputt macht. So entschlossen, wie in der Geschichte des Widerstands Hatuna Faxra, Stiya Nasra, Meyan und Dayê Zero waren, müssen wir sein. Wir müssen wie unsere Vorbilder den Schmerzen, Plagen und Zwängen, die unsere Frauen erleiden müssen, wieder ein deutliches “Halt!” entgegenstellen. Wenn Êzidi-Frauen auf Sklavenmärkten verkauft werden, dann deshalb, weil sie ohne Organisierung, ohne Selbstverteidigung waren. Hätten wir uns organisiert, dann hätten wir sowas nicht zugelassen. Aber jetzt – jetzt organisieren wir uns, und wir müssen diese Stärke noch intensivieren.

Unsere Mädchen stellen Selbstverteidigungs – Einheiten auf. Die Feinde kriegen Angst, wenn sie unsere Mädchen sehen. Als Êzidi-Frauen sind wir stolz darauf, dass wir unsere Konferenz in den Şengal-Bergen realisieren. Wir Êzidi-Frauen sind hier; im Herzen der Revolution nehmen wir unseren Platz ein. Heute ist endlich die Einstimmigkeit der Êzidi wahr geworden. Nie werden wir unsere Frauen in Gefangenschaft vergessen. Ganz sicher nehmen wir Rache für sie. Denn die Êzidi-Frauen sind aufgestanden und erheben ihre Häupter. Die Monate April und Mai werden für uns die Monate des Erfolgs und des Sieges ein.”

Eine andere Êzidin, Muhbet Salih, ging in ihrem Redebeitrag auf die Vergangenheit ein, auf den Verrat der KDP: “Wir als Frauen werden den Verrat nie vergessen und ganz bestimmt eines Tages die Rechnung präsentieren. Wir versprechen, dass wir derartige Leiden nicht mehr erleben werden. Wir werden nicht mehr unsere Babys in den Wiegen zurücklassen und fliehen; nie mehr werden wir unsere Kinder allein lassen. Nie mehr werden wir zulassen, dass unsere Frauen verbrannt werden. Wir werden nicht mehr Selbstmord machen. Wir vervielfältigen unseren Kampf. Wir bilden uns selbst aus. Wir sind die Kämpferinnen des ‘Melek Tavus’ (der Engel Pfau ist der oberste Engel nach dem Glauben der Êzidi). Wir Êzidi-Frauen sind die Frauen dieses süssen und heiligen Landes; wir beugen unser Haupt vor keinem Feind. Als Êzidi-Frauen sind wir solidarisch mit allen Frauen.”

Aus dem Beitrag einer anden Teilnehmerin, Dayê Sirin Saleh: “ Wir glaubten, Politik zu machen gehöre sich nicht für Êzidi-Frauen. Aber im Kampf lernten wir, dass Politik zu machen nicht unanständig ist, sondern ganz im Gegenteil Quelle von Stolz. Ich wünsche uns allen, die wir an dieser Konferenz teilnehmen, viel Glück und Erfolg und hoffe, dass die Frauen in Gefangenschaft im nächsten Jahr an unserer Konferenz teilnehmen können. Ich bin überzeugt, unser Kampf wird an Stärke zunehmen. Ich verbeuge mich noch einmal vor den Märtyrern des 73. Ferman und versichere, dass wir mit unserem Freiheitskampf die Denkweise des Ferman vertilgen werden. Hol hola Tavus Meleke! Glückwunsch für unsere lebendige Konferenz!”

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