Selbstkritik auf dem Europakongress der PYD in Brüssel

ANF 25.9.2016 Brüssel

Die PYD (Partiya Yekitîya Demokrat = Partei der Demokratischen Einheit) ist die Partei der Revolution von Rojava. Ihr europäischer Zweig hielt an diesem Wochenende in Brüssel ihren 8. Kongreß ab mit 700 Delegierten, davon 135 Frauen. Aus dem Tätigkeitsbericht über die letzten 12 Monate geben wir die selbtkritischen Passagen zur Flüchtlingsarbeit der Partei in Europa wieder:

“Wir haben es nicht vermocht, die vor allem aus Rojava nach Europa gekommenen Migranten richtig einzuschätzen, uns um ihre Aufnahme-Probleme zu kümmern und sie in unsere Organisations-Strukturen aufzunehmen. Obwohl in den Bereichen Frauen, Jugend und Diplomatie etliche Entwicklungsschritte getan wurden, erreichten wir nicht die Ziele, die wir uns gesteckt haben. Der wichtigste Punkt in Europa ist die Assimilation. Die kapitalistische Modernität reißt die Menschen von ihrer eigenen Kultur los und drückt ihnen ihre (kapitalistische) Kultur und Lebensweise auf. Am meisten wirkt sich das auf die Gesellschaften der Migranten aus. Vor allem die jungen Leute werden ins Visier genommen. Sicher, es gab etliche Aktivitäten auf den Gebieten der Kultur und der Kunst – aber sie blieben ungenügend. In Zukunft müssen wir derartige Aktivitäten zum Schwerpunkt machen.”

Auch im Bericht zur Frauen-Branche der PYD wurde kritisiert, dass der Kampf der Frauen von Rojava und Nordsyrien hier in Europa nicht seiner historischen Bedeutung entsprechend Aufnahme und Verbreitung in der Öffentlichkeit gefunden hat.

Schreibe einen Kommentar