Hesekê hat eine Vorgeschichte

Vor dem Juni letzten Jahres war die Stadt Hesekê dreigeteilt: Die nördliche Hälfte befreit und selbstverwaltet, das Zentrum in der Hand des Assad-Regimes, und südliche Stadtteile vom IS beherscht. Am 25. Juni 2015 nun drangen IS-Banden ins Zentrum vor. Die von iranischen Offizieren geführten ‘Difa Watani’ – Truppen des Regimes verteidigten sich zum Teil gar nicht, sondern liefen mit den Waffen zum IS über.

Andere, die im Stadtzentrum und in Xweran eingekesselt wurden, ergaben sich dem IS. In dieser Situation riefen Regime-Anhänger die YPG um Hilfe, welche eingriff, die Bevölkerung Hesekê’s vom IS ganz befreite sowie das ländliche Gebiet bis einschließlich Sheddade 50 km weiter im Süden.

Trotzdem leisteten sich die Assad-Kräfte auch danach immer wieder kleinere Provokationen gegen die Selbstverwaltung. Immerhin: Die vergangenen zwölf Monate waren wohl die Phase, in der die Kurden, Araber und Assyrer von Hesekê zum ersten Mal in ihrer jüngeren Geschichte in einem friedvollen Klima miteinander leben konnten. Als nun vor ein paar Tagen die Angriffe des Regimes begannen, intervenierten die Stammesführer und Honoratioren, um die Bombardements und Schiessereien zu beenden. Vergeblich.

(Nach Mehmet Nuri Ekinci aus Hesekê, ANF, 20.8.2016)

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