Alewitische Frauen rufen zur Selbstverteidigung auf

JINHA Istanbul 22.7.2016

Ceren Ataş und Eylem Alala von der “Alewitischen Frauengruppe 17 +” in Istanbul erinnern daran, dass, als Erdogan das Volk auf die Strasse rief, der Mob in Istanbul, Hatay und Malatya alewitische Stadtviertel überfiel. Dass im Internet zu sehen war, wie ein Mann die Menge aufrief, ins von Alewiten bewohnte
Viertel Paşaköşkü zu ziehen, und er sie dorthin dirigierte. Dass der Mob auch in die Alewiten-Viertel Gazi und Nurtepe (von Istanbul) einfiel. Dass der Chef des Fussballvereins Trabzonspor, Veysel Taşkın, im Internet dazu aufrief, die Frauen der aufständischen Soldaten als Kriegsbeute zu nehmen. Und dass der Chefberater von Erdogan dazu aufrief, sich zu bewaffnen. “Mit solchen Aufrufen wird eine Geisteshaltung deutlich, die legitimiert, dass alewitische Frauen belästigt und vergewaltigt werden.”

Was tun? Eylem betont, dass die Alewiten nie auf Seite des Todes und des Krieges seien. Dass aber in dieser Situation sie nicht umhin können, ihre Selbstverteidigung zu organisieren: “Um unsere Sicherheit zu gewährleisten, müssen wir unsere Selbstverteidigung realisieren. Ohne irgendeinen Anlass wird dazu aufgerufen, in alewitische Viertel einzufallen. In diesen Viertel kann es zu Mord und Totschlag kommen. Aber wenn diese Viertel Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, müssen sie zurückweichen. Wir müssen uns stärker selbst schützen. Wir Frauen werden weiter auf jeder Ebene den Kampf fortsetzen.”

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