Die Jesidi-Frauen lassen die Hoffnung wieder blühen

Xensê Xıdır, JINHA/Şengal, 13.7.2016:

Viele Jesidi-Frauen sind trotz der barbarischen Angriffe des IS in den Bergen von Şengal geblieben in der Hoffnung auf ein neues Leben: aus der Erde bauen sie Öfen zum Brotbacken, sie weiden Schafe und gewinnen Milch, und sie bebauen das Land und ernten Getreide. “Das Leben wird erhalten aufgrund der Arbeit der Frauen”, sagen die Jesidi-Frauen, und sie rufen die außer Landes geflüchteten Frauen auf: “Besorgt euer Land!”

Die Jesidi-Frauen, die vor dem Angriff der IS-Banden in den Şengal-Bergen Zuflucht gefunden hatten, führen hier trotz der schwierigen Umstände ihr Leben weiter. Am 3. August 2014 haben sie sich dem IS nicht gebeugt, haben sich auf allen Ebenen organisiert bis hin zur Selbstverteidigung und setzen nun alles dran, ein neues Leben aufzubauen. Jetzt geht es darum, ein Leben mit der Natur zu weben und die kulturellen Traditionen den künftigen Genertionen zu vermitteln.

Hurê Xwedêda erzählt, wie sie aus dem Lehm Backöfen für Brot formen und das Wasser aus den Ziehbrunne holen: “In unserer ganzen Geschichte haben wir Jesidi-Frauen immer eng mit der Natur verbunden gelebt. Die Frau war es, die als erste die Sybiose miti deer Erde einging und sie zum produzieren brachte. Diei Frauen transformieren ddas Nichts in Vieles. Leben gibt es nur, wenn die Hoffnung blüht. Die Frauen dürfen nie die Hoffnung aufgeben; sie müssen trotz aller Widrigkeiten das Leben von neuen schöpfen. Das ist die Wirklichkeit der Frauen; ohne Frauen funktioniert das Leben nicht.”

Edlan Xêro berichtet, welch schwierige Tage sie durchmachen mussten, und wie sie trotzdem ds Leben mit vier Händen gepackt haben: “Um den Hunger unserer Kinder zu stillen, haben wir aus Lehm Öfen geformt und ihnen Brot gebacken. In den Şengal-Bergenhatten wir kein Wasser und marschierten stundenlang, um zu den Ziehbrunnen zu gelangen. Und heute bringen wir auf unseren Wurzeln das Leben wieder zum Blühen. Wir züchten Schafe, die uns mit Milch versorgen, und ziehen unsere Kinder gesund auf. Derzeit bauen wir dort, wo es Wasser gibt, Gemüse an für unseren täglichen Bedarf. Diese Arbeiten werden fast ausschließlich von den Frauen ausgeführt, denn die Frauenhaben eine feste Verbindung zur Natur. So bleiben wir mit unserer Erde verbunden, und mit unserer natürlichen Lebensweise widerstehen wir am besten den Vernichtungs-Absichten unserer Feinde. Wir richten von hier aus einen Aufruf an alle Frauen: Sorgt euch um eure Ländereien und bebaut sie, bewahrt die natürliche Lebensweise!”

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