Die Offensive zur Befreiung vonMinbic

Published by ISKU Informationsstelle Kurdistan e.V. on 1. Juli 2016

Die Offensive zur Befreiung von Minbic begann am 1. Juni vom Kanton Kobanê aus. Geleitet wird sie vom Militärrat, der vor Beginn der Offensive gegründet wurde. Er besteht aus einer Reihe bewaffneter Gruppen. In drei Routen stießen die Einheiten Richtung Minbic vor. Am 3. Tag wurde einer ihrer wichtigsten Kommandanten in Höhe des Dorfes Xefiet Ebu Qelqel bei einem Beschuss durch den Splitter eines Mörsers schwer verletzt und verlor sein Leben. Ebu Leyla, Mitglied des Militärrates und Kommandant der Brigade Şems El-Şemal, stammt selbst aus Minbic.

Er hatte zuvor schon an Kämpfen auf einem Gebiet, das sich von Kobanê bis Halep erstreckt, immer an vorderster Front teilgenommen. Nach seinem Tod wurde die Offensive ihm zu Ehren nach ihm “Şehit Komutan Ebu Leyla” benannt.

Nachdem viele Dörfer des Umlandes, vor allem im Osten und Süden der Stadt, befreit worden waren, wurde am 11. Tag die Stadt Minbic vollständig umzingelt. Nach der Befreiung des Dorfes Mezret Hemdun rückten die Einheiten am 16. Tag der Offensive bis auf 700 Meter an die Stadt vor. In den anschließenden Tagen kam es zu teils heftigen, Tage anhaltenden Kämpfen. Die Koalitionstruppen (USA usw.) unterstützen die Offensive durch Luftangriffe.

Diese Kämpfe verstärkten sich in den Randgebieten von Minbic, da der IS versuchte, durch Angriffe die Umzingelung zu durchbrechen. Auch bei Cerablus, Bab und Meskenê griff der IS ebenfalls an. Am 28. Juni wurde dann im Rahmen der Offensive die Stadt aus 4 Richtungen angegriffen. Die zweite Phase der Offensive, die Befreiung der Stadt, begann. Was folgt, sind Straßenkämpfe.

Der Vormarsch ist langsam und kontrolliert, da noch viele Zivilisten in der Stadt sind. Straße für Straße, Haus für Haus wird vorangeschritten. Es geht nur langsam voran, weil der IS in vielen leeren Häusern Sprengfallen gelegt und auch Tunnel gegraben hat. So werden dann zum Schutz der Zivilisten und wegen der Sprengfallen vor allem Punktoperationen durchgeführt. Das Zentrum der Stadt besteht aus etwa 20 Vierteln. Die Stadt ist etwa 2 bis 3 Mal so groß wie Kobanê. 2011 lebten hier etwa 120.000 Menschen. Das war, bevor der Krieg begann. Es wird davon ausgegangen, dass immer noch etwa 10.000 Zivilisten in der Stadt sind.

Nach Rakka gilt Minbic als das 2. Zentrum des IS in Nordsyrien. Hier soll der IS denen ihre Grundausbildung geben, die später über die Türkei nach Europa gesandt werden. Minbic ist vor allem im Hinblick auf Unterstützung des IS durch die Türkei von strategischer Bedeutung. Während die Kämpfe Straße für Straße voranschreiten, konnte als erstes am 30. Juni der Außenbezirk El-Esediyê befreit werden. In El-Esediyê steht auch das Haus von Kommandant Ebu Leyla.

ANF, 01.07.2016, ISKU

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