Türkisch-Kurdistan: Wie ist der bewaffnete Widerstand in den Städten ausgegangen?

(Eine Übersicht von Ingo, 26.6.16) In unserem Infoblatt zur Kurdischen Revolution stand der bewaffnete Widerstand in den Städten von Türkisch-Kurdistan bis April im Mittelpunkt: als Selbstverteidigung der selbstverwalteten Städte bzw. Stadtviertel. Dieser Kampf ging zu Ende am 25. Mai mit dem Rückzug der YPS (die “Zivilen Verteidigungskräfte”) aus den letzten kämpfenden Städten Nusaybin und Şırnak (vergl. Erklärung der YPS im Infoblatt Nr. 13 und den Kommentar dazu auf “ak-zur-kurdischen-revolution.de”).

Und seither? Kehren die Bewohner in ihre bombardierten Häuser zurück? „Türkisch-Kurdistan: Wie ist der bewaffnete Widerstand in den Städten ausgegangen?“ weiterlesen

Für die Flüchtlingsfrage sind wir die Alternative

YÖP 22.6.16, Reha Sari aus Strasbourg
Interview mit Ilham Ehmed, Ko-Präsidentin des Demokratischen Rate der Föderation von Nordsyrien, die auf Einladung der Vereinigten Linken vor dem Europarat in Strasbourg sprach. Auszüge:

“Die in unsere Regionen Eingewanderten sind überwiegend Araber. Für diese Zivilpersonen haben wir 56 Lager eingerichtet. Aber da alle Grenzen um die Nordsyrische Föderation hermetisch abgeschlossen sind, stellt uns die Versorgung von 500 000 Eingewanderten vor grosse Probleme… Trotzdem sind unsere Grenzen für alle, die aus anderen Gegenden Syriens bei uns Zuflucht suchen, offen. Bisher ist noch keine nennenswerte Hilfe von außen bei uns angekommen. In den Verhandlungen wird uns immer gesagt, man muss Rücksicht auf die Nachbarländer nehmen. Aber die Türkei und (die autonome Regierung von) Süd-Kurdistan haben sich abgesprochen, die Grenzen abzuriegeln. Wir haben für die Flüchtlingslager Kommissionen gebildet, zum Beispiel für die Wirtschaft, für die Verteilung, für die Geundheit. Aber jedesmal stossen wir auf Hindernisse seitens der Türkei. Für den IS hält die Türkei die Grenze zu Syrien offen, aber für uns ist sie zu. Wir sind überzeugt, dass die Grenztore aufgemacht werden, wenn sowohl auf Barzani als auch auf die Türkei entsprechender Druck ausgeübt wird.”

Minbij: Die Arbeit des Politischen Rates

Published by ISKU Informationsstelle Kurdistan e.V. am 20. Juni 2016

MANBIJ – Am 5. April 2016 wurde in der Stadt Sirrin im Kanton Kobanê der Politische Rat von Minbij durch Einwohner der Stadt und der umliegenden Dörfer gegründet, die vor den marodierenden Banden des Islamischen Staates in die freien Gebiete West-Rojavas flüchteten. Der Politrat setzt sich aus Araber*innen, Kurd*innen, Turkmen*innen und Tscherkess*innen zusammen, die nun dabei sind, nach über zweieinhalb Jahren in ihre Heimat zurückzukehren. „Minbij: Die Arbeit des Politischen Rates“ weiterlesen

Minbij: Sitzung des Politischen Rats

ANF Minbij – Sinan Deniz 21.6.2016

In den befreiten Dörfern um Minbij hat der Politische Rat von Minbij, ohne Zeit zu verlieren, im Dorf Hayya Büçük die 90 Vertreter und Sprecher von 37 Dörfern zu einer Sitzung einberufen. Ko-Präsidentin Sozdar Xalid erklärte zusammen mit vier Mitgliedern des Rates die Ziele der Militäroperation und wie die Selbstverwaltung aufzubauen ist: Dass das Volk organisiert und solidarisch zusammenleben wird, wurde betont, dass die Bedürfnisse des Volkes offen und sensibel aufgenommen und zu ihrer „Minbij: Sitzung des Politischen Rats“ weiterlesen

Gesundheitszentrum in befreitem Dorf eröffnet

YÖP 15.6.16

Die kurdische Hilfsorganisation “Heyva Sor” hat in dem Dorf Ebu Qelqel zwischen dem Tishreen-Staudamm und Minbij ein Geundheitszentrum eröffnet. Am 5. Juni war das Dorf durch die Kämpfer des Militärrates Minbij befreit worden. Jetzt trat das Gesundheitskomitee des Minbij-Rates in Aktion, um für die Gesundheitsprobleme der Landsleute dieser Gegend eine Lösung zu finden. Es eröffnete für die Zivilbevölkerung der Gegend ein Gesundheitszentrum mit 6 Ärzten und Krankenpflegern. Sie arbeiten freiwillig, ohne Lohn. Es gibt auch eine Abteilung für Kinder.

Minbij – vor dem IS gerettet

YÖP 15.6.16 Erdoğan Altan, DIHA Minbij:

Die Frauen in den befreiten Dörfern von Minbij erzählen:
“Um unsere Kinder vor Vergewaltigungen durch die IS-Banditen zu schützen, haben wir sie schnell mit nahen Verwandten verheiratet. Seit drei Jahren haben wir in der Hölle gelebt. Alle in der Gegend von Minbij haben in brennender Ungeduld auf die Ankunft der ‘Demokratischen Kräfte Syriens’ gewartet.” „Minbij – vor dem IS gerettet“ weiterlesen

Die Minbij-Offensive: Nicht Eroberung, sondern Ausweitung der Revolution!

Von Ingo 11.6.16.

Derzeit finden an zwei Fronten Großangriffe auf den IS statt:
im Irak gegen die sunnitische Stadt Falludja, in Nordsyrien bei Raqqa gegen die Kleinstadt Minbij.

Beide Offensive finden zeitgleich statt. Beide werden von der US-Regierung unterstützt: in wenigen Monaten sind Präsidentschaftswahlen, und Obama braucht spektakuläre Erfolge gegen den IS. Aber sie unterscheiden sich wie Tag und Nacht:
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Erstes Frauenbataillon in Şehba

YÖP 10.6.16:

Die kurdischen, arabischen und turkmenischen Frauen von Şebha haben eine erste militärische Einheit aufgestellt. Sie trägt den Namen “Şehid Jiyan Ehres” und ist Teil der “Cebhet El Ekrad”. Nach Vollendung der ideologischen und militärischen Ausbildung wurde dies auf einer militärischen Zeremonie im Beisein der Familienangehörigen und der Kommandanten anderer Einheiten „Erstes Frauenbataillon in Şehba“ weiterlesen

Minbij wird befreit

Published by ISKU Informationsstelle Kurdistan e.V. on 3. Juni 2016

Nordsyrien – Minbic hat eine Geschichte, die mindestens bis zu den Assyrern zurück reicht. Es liegt im Nordwesten Syriens, 85 km von Aleppo entfernt, nahe einer Brücke über dem Euphrat. Von dort nach Kobanê sind es 65 km. Es hat 4 Landkreise Ebû Qelqel, Ebû Kehef, Meskene und Xefsa. So alt wie Minbic ist, so viele Kulturen hat es auch beherbergt. Ihre Spuren sind bis heute sichtbar. Die „Minbij wird befreit“ weiterlesen

Rückzug aus Nusaybin – um die Zivilisten zu schützen

YÖP 27.5.16 Erklärung der YPS:

Gestern morgen (26.5.) veröffentlichte die Allgemeine Koordination der YPS (Zivilen Verteidigungskräfte) folgende Erklärung:

“Der im Rahmen des Kampfes um demokratische Autonomie, einer legitimen Forderung unsres Volkes, entwickelte Selbstverteidigungs-Widerstand wurde in Nusaybin mit großem Mut und Entschlossenheit geführt. Obwohl die im Namen der türkischen Regierung agierenden Kräfte jede denkbare Technik einschließlich der Flugzeuge einsetzten, ist es ein wichtiges Ergebnis, dass der Widerstand bis heute anhielt. Da die Regierungskräfte gnadenlos überall alles bis auf den Grund zerstörten, sah man die Notwendigkeit, dass unter diesen Bedingungen die Position der Widerstandskräfte geändert werden muss.
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