Kollektivwirtschaft als Antwort auf Ausnahmezustand

Published by ISKU Informationsstelle Kurdistan e.V. on 14. Mai 2016

Bakur/Nordkurdistan – Mit der Zerstörung der Dörfer 1993 schlossen sich die Bewohner*innen des zum Landkreis Licê gehörenden Dorfes Mişif gegen die Angriffe zusammen und wurden zu einem Beispiel für kollektives Leben. Auch die Bombardierungen und Verbote der letzten Zeit konnten sie nicht schrecken, so machen sie alles, vom Hüten des Viehs bis zur Feldarbeit, in Solidarität miteinander.
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Flüchtlingspolitik alternativ I

Fidan Rezan / Efrin – JINHA (27.5.16)

Esmet Said musste aus dem (kurdischen) Viertel Şex Meqsud / Aleppo in den Kanton Afrin fliehen. Sie erzählt: “Uns ging es gut in der Stadt; aber dann begannen die täglichen Angriffe der Banden, die von der AKP-Regierung unterstützt werden. Sie wollen den Widerstand der Kurden brechen und uns verjagen. Aber hier ist auch unser Land; auch hier leisten wir Widerstand”, versichert Esma. „Flüchtlingspolitik alternativ I“ weiterlesen

Kommentar zur Rakka-Offensive

29.5.16 von Ingo

Wieder eine militärische Offensive im von bewaffneten Banden zerrissenen Syrien. Wen interessiert es? Niemand blickt mehr durch. Und dass diese Offensive ein Schritt zum Frieden sein kann – das glaubt niemand.

Doch, meine ich, diese Offensive, begonnen am 24. Mai 2016, kann Hoffnung für Syrien wecken. Es handelt sich nicht um irgendeine Militäroffensive. Sie weist etliche ungewöhnlich Aspekte auf, die zumindest aufhorchen lassen: „Kommentar zur Rakka-Offensive“ weiterlesen

Van: Gewächshäuser zur Selbstversorgung

Van (Osttürkei) DIHA 21.5.16:

Im Dorf Norkox (Yolaşan) bei Payizava (Gürpınar) der osttürkischen Provinz Van haben Metin Demir und Nadir Abdullah vor zwei Monaten eine Inititative ergriffen, damit die Bewohner, die bisher als Saisonarbeiter in die Westtürkei zogen, jetzt vor Ort in der landwirtschaftlichen Produktion eine wirtschaftliche Alternative finden können: sie legten ein “kollektive Gewächshäuser” an. Hier wird Gemüse wie Paprika, Gurken, Auberginen und Tomaten angebaut und die Ernte dann mit dem Volk geteilt. „Van: Gewächshäuser zur Selbstversorgung“ weiterlesen

Flüchtlingspolitik alternativ II

Amed/DIHA 21.5.16

Im Sommer 2014 mussten Hunderttausende Jesidi aus dem nordirakischen Şengal vor dem “Islamischen Staat” flüchten. Viele fanden in den kurdischen Gebieten der Türkei Aufnahme und Unterstützung. Im Lager von Amed (Diyarbakır) verwalten sich die Flüchtlinge selbst. Um ihre Selbstversorgung mit Lebensmitteln zu sichern, haben die fünf Volksräte Bio-Gärten angelegt, in dem Kinder, Frauen und Ältere tätig sind.
Bişar İçli vom Koordinationsrat des Şengal-Lagers von Amed berichtet, dass 90 % der Bewohner aktiv mitmachen: “Sie lebten in ihrer Heimat sowieso in engstem Kontakt mit der Natur. Unsere Saat- und Pflanzenzucht wird vom Volk getragen. Wir versorgen Stadtviertel und Stadtgärten bis nach Dersim und Van. Was die Leute verbrauchen, können sie selbst produzieren. Und gleichzeitig tut diese Tätigkeit ihren Seelen und Gemütern gut.”

Șirnex – Nordkurdistan seit 70 Tagen unter Belagerung der türkischen Armee

Bakur/Nordkurdistan – Seit 70 Tagen ist Şirnex (Şırnak) eine von der türkischen Armee umstellte und belagerte Stadt. Allein gestern wurden die Stadtteile Bahçelievler und Yeni mehr als 12 Stunden lang pausenlos mit Granaten beschossen. Durch den Beschuss sind mittlerweile fast alle Gebäude beschädigt, teils völlig zerstört worden. Auf höheren Gebäuden der umliegenden Viertel hat der türkische Staat Scharfschützen positioniert,die auf die Stadtteile Bahçelievler und Yeni schießen. In den „Șirnex – Nordkurdistan seit 70 Tagen unter Belagerung der türkischen Armee“ weiterlesen

Rükzug und Erklärung der YPS aus Nisêbin – Nordkurdistan

Bakur/Nordkurdistan – Die Gemeinsame Koordination der Zivilen Verteidigungseinheiten YPS erklärte, dass sie seit 72 Tagen im legitimen Rahmen ihre Bemühungen um eine demokratische Autonomie in Nisêbîn den Widerstand geführt haben. Sie konnten selbst da noch den Widerstand aufrechterhalten, als die dem türkischen Regime angebundenen Kräfte mit schweren Waffen, jeglichem technischen Gerät und Luftangriffen gegen die Stadt vorging. Der türkische Staat hat mit seinen maßlosen Angriffen die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Die YPS habe sich die jetzt dazu entschlossen ihren Ort zu wechseln. Sie habe ihre Kräfte aus der Stadt zurück gezogen. Dieser Rückzug sei seit dem 25. Mai abgeschlossen. Alle Kräfte konnten erfolgreich verlegt werden. Seit dem Tage ist keiner unserer bewaffneten Kräfte mehr in der Stadt. Damit wäre dann auch jeglicher Grund für die Türkei beseitigt die Stadt weiterhin zu zerstören, heißt es in der Erklärung. „Jegliche Kugel, die ab dem 25. Mai vom türkischen Regime in der Stadt abgeschossen wurde und wird, ist demnach eine auf unbewaffnete Zivilist*innen abgeschossene Kugel“, heißt es weiter in der Erklärung der YPS. Die YPS weist im folgenenden darauf hin, dass im Stadtteil Alika (Tunç) noch unbewaffnete Zivilist*innen – großteils Mütter mit Kindern, aber auch Alte – verblieben sind sowie einige verletzte Jugendliche aus der örtlichen Zivilbevölkerung. Die YPS ruft die Bevölkerung von Mêrdîn und Nisêbîn sowie alle NGO’s dazu auf, sich für das Recht auf Leben dieser Zivilist*innen einzusetzen, damit nicht ein ähnliches Massaker wie in Cizîe (Cizre) auch an ihnen verübt wird.

ANF, 26.05.2016, ISKU

ROJAVA – Operation zur Befreiung Raqqa’s hat begonnen

EYN ÎSA – Die Demokratischen Kräfte Syriens (HSD – Hêzên Sûriya Demokratik) haben um 14:00 Uhr Ortszeit, also vor gut einer Stunde, offiziell die Operation “Initiative zur Befreifung Nord-Raqqa’s” gestartet. Die Operation läuft unter dem Kommando der YPJ Kommandeurin Rojda Felat in Zusammenarbeit mit den arabischen Brigaden Ehrar Raqqa und Liwa Tahrir. „ROJAVA – Operation zur Befreiung Raqqa’s hat begonnen“ weiterlesen

AKP STAAT ESKALIERT KRIEG IN NORD KURDISTAN

Michael Knapp für Civaka Azad, 14.05.2016
Die mediale Auseinandersetzung mit der Erdoğan Regierung dreht sich immer wieder um die Frage der Meinungsfreiheit. Während zu Recht viel über Böhmermann und Erdoğan diskutiert wurde, wird in der deutschen Öffentlichkeit die Verweigerung grundlegender Rechte, wie des Rechts auf Leben durch den türkischen Staat nahezu vollständig ignoriert. Selbst der von Deutschland „AKP STAAT ESKALIERT KRIEG IN NORD KURDISTAN“ weiterlesen

MEHR ALS 300 ANTRÄGE ZUR AUFHEBUNG DER IMMUNITÄT GEGEN HDP ABGEORDNETE

Dem türkischen Parlament liegen mehr als 600 Anträge auf Aufhebung der Immunität vor. Mehr als die Hälfte der Anträge richtet sich gegen die Abgeordneten der Demokratischen Partei der Völker HDP, davon allein 75 gegen den Abgeordneten und Co-Vorsitzenden der HDP Selahattin Demirtaş. „MEHR ALS 300 ANTRÄGE ZUR AUFHEBUNG DER IMMUNITÄT GEGEN HDP ABGEORDNETE“ weiterlesen