Rojava: Die Frauen organisieren die Wirtschaft

YÖP 18.04.2016) von Dengir Güneş.

Die dynamischste Kraft in der Wirtschaft, das sind die Frauen. Das ist das Besondere auf diesem Gebiet, dass sich die Frauen organisieren und von der Landwirtschaft bis zur Textilbranche zum ersten Mal in Rojava täglich neue Projekte in die Hand nehmen. Auf der kommunalen Wirtschaft als Grundlage gehen die Frauen an, nach den Bedürfnissen des Volkes Produktion und Kompetenzen zu entwickeln, um ein zufriedenstellendes Leben und gesunde Ernährung zu gewährleisten. Sie zeigen, dass sie das selber können. „Rojava: Die Frauen organisieren die Wirtschaft“ weiterlesen

Rojava: Die Wirtschaftsbranchen im Einzelnen

Rojava: Die Wirtschaftsbranchen im Einzelnen

(Dengir Güneş, YÖP 16.6.16)

Erinnern wir an die Ausgangslage:
Unter dem Baath-Regime musste Rojava ganz Syrien mit Gedreide versorgen. Und der Regierung musste sie Devisen verschaffen durch den Export von Erdöl. Sonst nichts.
Und jetzt?
Solange Krieg ist, bestimmt dieser die Wirtschaft Rojavas. 70 % des Haushalts werden für Waffen, Munition. Logistik usw. Ausgegeben. Das sind 10 Millionen Dollar monatlich.
Dann gilt es, die Familien zu unterstützen, die durch Kriegs-Gefallene kein Einkommen haben. Ihnen wird Land zugeteilt, sie werden in Kooperativen aufgenommen, und es werden extra für sie neue Kooperativen gegründet, auch im Handwerk und Handel.
Schließlich das Embargo: Erdöl und Weizen können nicht exportiert werden. Und die Preise für Konsumgüter wie Gemüse und Textilien klettern…

Erdöl: Bedarf gedeckt.
Die 1 500 Bohrlöcher produzierten früher 400 Barrel täglich, die in Homs raffiniert wurden. Jetzt nur noch ein Zehntel, das mit primitiven Methoden raffiniert und mit Tanklastwagen in die Städte der Kantone Cezire und Kobane konntroliert verteilt wird. Es ist billiger als Wasser: „Rojava: Die Wirtschaftsbranchen im Einzelnen“ weiterlesen

Rojava: Die Revolution in der Wirtschaft

YÖP 15.04.16 Dengir Güneş.

Ist die Revolution in Rojava sozialistisch?
Das wichtigste Kriterium dafür ist doch wohl: Ist die Wirtschaft in Rojava heute sozialistisch? Oder gehorcht sie weiter den Marktgesetzen, letztlich dem Wertgesetz?
Eine Studie der Journalistin Dengir Güneş, erschienen in “Yeni Özgür Politika” vom 15. und 16. April 2016, gibt keine eindeutige Antwort. Aber interessante Einblicke. Daraus haben wir eine Zusammenfassung und Abschnitte ausgewählt.
„Rojava: Die Revolution in der Wirtschaft“ weiterlesen

Kurdischer Frühling? Selbstverteidigung in Gever

Selbstverwaltung und der Kampf um Autonomie in Gever, Nordkurdistan: Ein kurdischer Frühling?

Von Gastautorin | 04.03.16 | Hélène Debande, aus „alsharq“.

In der südosttürkischen Stadt Gever sind einige Viertel seit Monaten verbarrikadiert, und bewaffnete Jugendliche verteidigen sie gegen die türkische Armee. PKK-nahe Organisationen versuchen trotz des in der Region eskalierenden Krieges eine demokratische Selbstverwaltung aufzubauen. Derweil liegt ein tiefer Winter über der Stadt – im Frühling erwartet man auch hier einen großen Krieg. Aus Gever berichtet Hélène Debande
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Bevölkerung von Nusaybin seit 1 Monat im Widerstand

Published by ISKU Informationsstelle Kurdistan e.V. on 13. April 2016

NisêbînBakur/Nordkurdistan – In Nisêbîn (türk.: Nusaybin) in der Provinz Mêrdîn (türk.: Mardin) wurde am 13. März die Ausgangssperre verhängt. Es ist die 8. über Nisêbîn verhängte Ausgangssperre im letzten halben Jahr. Mit Verhängung der Ausgangssperre begann die Militäroperation.

Aber es begann auch der Widerstand. Seit dem sind Gefechte tägliches Geschehen in Nisêbîn. „Bevölkerung von Nusaybin seit 1 Monat im Widerstand“ weiterlesen

Gesetzesverschärfung zur Enteignung von Privatbesitz

Published by ISKU Informationsstelle Kurdistan e.V. on 15. April 2016

SûrTürkei/Nordkurdistan – Bis zur Regierungsübernahme des AKP-Regimes kam es nur insgesamt 16 Mal zu einer Anwendung der „Beschleunigten zur Habenahme“ von Privatbesitz. Das Gesetz, das eigentlich nur „im Falle eines Krieges“ Anwendung finden sollte, wurde nun vermehrt angewandt, meistens dort, wo sich Profite versprochen wurde. In den Jahren 2004–2007 kam es zu 120, und nach 2008 zu insgesamt 1.824 Beschlagnahmungen. Viele legten Widerspruch ein und bekamen vor Gericht Recht.

Im Rahmen der Angriffe des AKP-Regimes seit letztem Jahr gegen die kurdischen Städte, mit Wochen und Monate andauernden Ausgangsperren und Bombardierungen durch das türkische Militär, kam im Anschluss der Militäroperationen das Gesetz erneut zur Anwendung. In sieben Landkreisen wurde über Grundstücke und Gebäude die Beschlagnahmung verhängt. Diese Maßnahme hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass z.B. der Stadtteil Sûr von Amed (Diyarbakir) fast vollständig unter die Beschlagnahmung fällt. Davon sind allein in Sûr 55.000 Einwohner*innen des Stadtteils betroffen. Auch in Silopî sieht es ähnlich aus.

Um die Möglichkeit von Gegenwehr gegen die Beschlagnahme einzugrenzen, hat das türkische Parlament nun ein Gesetz verabschiedet, dass das Recht auf Widerspruch nahezu aushebelt. Nun ist im Falle, dass „an Orten, an denen die öffentliche Ordnung oder Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, die Infrastruktur mangelhaft ist, oder nicht nach baurechtlichen Regeln gebaut wurde, oder später ohne Genehmigung gebaut worden ist“, die Einlegung eines Widerspruchs unzulässig. Orte, die zu „gefährlichen Gebieten“ erklärt wurden, wie das zum Beispiel in Sûr und Silopî der Fall ist, haben dann kaum noch Aussicht darauf im Falle der Beschlagnahmung Rechtsmittel einlegen zu können. Aber der Gesetzeszusatz hat noch eine weitere Auswirkung. Die Bewohner*innen, die nach Tagen und Wochen langer Bombardierung ihrer Städte durch türkisches Militär in ihre Häuser zurückkehren, können ihre beschädigten oder zerstörten Häuser und Wohnungen dann nicht wieder aufbauen …

BestaNûçe, 14.04.2016, ISKU
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Aleppo: Offensive gegen kurdisches Viertel

YÖP 12.4.16 Aleppo: Kurdisches Viertel unter Beschuss

Die algerische Zeitung “Al Watan” berichtet, dass unter Vermittlung Algeriens zwischen der türkischen Regierung und dem Assad-Regime Gespräche geführt wurden. Dazu Zuhat Kobane, Sprecher der Rojava-Partei PYD:
“Dass sich die Kurden befreien, schwächt die Macht der beiden Regime. Sie gehen jedes Bündnis ein, um ihre Macht zu erhalten… Beide Regime erklärten sich gegen den PYD-Vorschlag einer Föderation für Syrien.“
Zuhat Kobane ist überzeugt, dass hinter der jüngsten Offensive der Islamisten gegen Aleppos kurdisches Viertel Scheikh Maqsud die Türkei steckt und dass sie ihnen auch das Giftgas dazu lieferte.

Was geschieht in Şêx Meqsûd, Şehba, Efrîn und Azaz?

Bewertung von Seyit Evran, Firatnews, 08.04.2016

Seit zwei Tagen haben sich die Angriffe auf das Viertel Şêx Meqsûd in Aleppo verstärkt. 25 ZivilistInnen haben dabei ihr Leben verloren, über hundert wurden verletzt.

Seit dem 27. Februar, dem Tag, an dem nach der Einigung zwischen Russland und den USA ein Waffenstillstand in Syrien ausgerufen wurde, finden ständig Angriffe auf Şêx Meqsûd und Efrîn statt. In den letzten beiden Tagen haben die Angriffe jedoch eine neue Dimension angenommen.

Einige Tage nach Beginn der Angriffe wurde die seit ungefähr drei Monaten stockende Genfer Syrien-Konferenz erneut gestartet. Staffan de Mistura, der angeblich für eine Lösung eintritt, veröffentlichte ein aus elf Artikeln bestehendes Dokument, mit „Was geschieht in Şêx Meqsûd, Şehba, Efrîn und Azaz?“ weiterlesen