Nachrichten von der kurdischen Revolution, 13.-19.02.2016

ANF, bis 17.2.16

Am 10.2.16 bombardierte das Assad-Regime das Dorf Baschmera in Afrin.

Seit dem 12. beschießt (u.a. mit Streumunition) die türkische Armee vom türkischen Territorium aus die Orte Tell Rifat und Minaq. Diese waren zuvor unter Kontrolle der islamistischen Al Nusra und Ahrar Al Sham und sind zum Entsetzen der Türkei von den kurdischen YPG und der arabischen Dscheysch Al Suwar) befrerit worden.

Die beiden Dörfer Tschetel Sarete und Khirebike sind am 4. Februar von den QSD-Kämpfern aus der Hand der Islamistene befreit worden. Am 16. Februar wurde in einer Zeremonie das Bataillon ‘Schehit Berxwedan’ aus ortsansässigen arabischen und kurdischen Jugendlichen aufgestellt. An den Feierlichkeiten, die mit einem Halay-Tanz endeten, nahmen alle Dorfbewohner teil.

(Wird ein Ort “besetzt” oder “befreit”? Das definiert in der Regel der Sieger. In Rojava handelt es sich eindeutig um “Befreiung” vom Islamisten-Terror. So sind auf den Clips von der jüngsten Offensive gegen Sheddade südlich von Hasseke die “Dilili” (arabisch “Yuyuyu”) der Frauen unüberhörbar.)

ANF 17.2.16 Sur: Heute ist der 78. Tag des Kamppfes um diyarbakirs Altstadt Sur. Mazlum Dogan, Reporter der kurdischen Nachrichtenagentur DIHA, übermittelt: Er ist in einem Keller mit ca 30 Leuten eingeschlossen, alles Zivilisten, Familien mit Kindern, Verletzte. Kein Wasser, keine Nahrung. In anderen Kellern verharren noch mehr Eingeschlossene, insgesamt mehr als 200. Die Gebäude werden unaufhörlich beschossen mit Mörsern. Lautsprecher verkünden: ‘Wir töten euch alle aus der Luft!’ Ein Massaker wie in Cizre droht!

Tatsächlich begannen Bombenflugzeuge im Tiefflug über Sur hinwegzudonnern.

ANF 17.2.16 Idil: Es geht los. Seit gestern Abend 23 Uhr Ausgangssperre. Die ganze Nacht wird das Viertel Turgut Özal beschossen, dann am Tage das Viertel Yeni Mahalle. 4.000 Gendarmen und Sondreinsatzkräfte kamen aus Cizre mit 50 Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Schaufelfahrzeugen.

ANF 17.2.16 Sur: DBP-Koppräsident Simsek und IHD (Menschenrechtsverein) – Rechtsanwalt Süren schlagen Alarm: In Sur halten sich noch sehr viele Familien auf unter dem Beschuss ihrer Häuser. Kein Strom, kein Wasser, ei9ngeschlossen. Jeder Zugang wird verhindert. Die Leichen von zwei Jungen können seit 35 Tagen nicht geborgen werden. Der 85-jährige Hasan Tekdemir ist verwundet und hat wegen fehlender Behandlung Wundbrand bekommen.

YÖP 13.2.16 Cizre: Nach den Kellermassakern wurden die Reste der Getöteten zusammen mit den Gebäudetrümmern miit Schaufelbaggrn auf Lastwagen geladen und dann in eine Ausgrabungsstelle am Tigris-Ufer geschüttet. Hinzukommende Anwohner bekamen von dem Anblick einen Schock: menschliche Arme, Beine, Penisse… Sie sammelten die Überreste in Tüchern, um sie zu begraben.

ANF 19.2.16 Rojava: Um 18 Uhr verkünden die QSD: Die Stadt Schaddade ist eingenommen worden! (Mir ist Schaddade von einer Nachricht am Ende des Ramadan 2015 in Erinnerung geblieben. Damalswurden sieben Männer öffentlich gekreuzigt, weil sie während der Fastenzeit geraucht hatten.) Damit ist die Verbindung von Syrien nach Mossul für den IS unterbrochen. In den letzten Tagen hatte der IS schon die Ölquellen von El Hol verloren, so dass er jetzzt kein Rohöl mehr übrt Mossul – Zakhu an die Türkei verkaufen kann.

ANF 19.2.16 Sur: Der Reporter Mazlum Dogan wurde zusammen mit Frau Fatma Ates (55) und vier ihrer Kindeer aus dem Keller abgeführt und verhaftet. Für FrauAtes zu spät: sie erlag im Krankenhaus ihrer Bombensplitter-Verletzungen.

Noch kurz zuvor hatte Mazlum Dogan einen Alarmruf abgesetzt: “Weiter intensiver Beschuss. Wir kriegen keine Luft mehr. Wir können nicht mehr raus. Wir ersticken hier.”

ANF 19.2.16 Nach dem Fall von Scheddade veranstalteten die Bewohner von Qamischli (Rojava) ein Freudenfest mit Schüssen und Leuchtkugeln. Die Bewohner von Nusaybin (auf der türkischen Seite der Grenze) gerieten in Pani – bis sie Gewahr wurden, was dort vor sich geht, und ebenfalls ein Feuerwerk abbrannten.

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